mai/jun 2010?

Hockenheim, 30. Juni 2010

Gib Gummi!

Firmencup auf dem Hockenheimring.

Alle Jahre wieder schlagen sich 15.000 Leute nach Feierabend zum Hockenheimring durch.

Dort, wo normalerweise Formel-1 das Sagen hat, gehört an diesem Abend der Asphalt den Läufern, Skatern und Walkern der Region. Gepflegt wird hierbei das Wir-Gefühl unter Kollegen und nicht die Zeit spielt eine Rolle.

Gute Zeiten sind auch nicht möglich, denn diese riesige Masse bremst sich aus. Nur ganz vorne in den ersten Reihen geht es noch zur Sache, dort werden Spitzenzeiten gelaufen. Ich kenne einen davon, er kam als 11.  rein und stand beim Start in der 5. Reihe. Das war schon grenzwertig, meinte er. Ich lief als Rentner im Team meiner Ex-Kollegen. Nicht die mit dem roten Stuhl, sondern die, mit dem grünen Deere-Hirsch auf dem Rücken.

Die Temperatur, extrem warm, etwa bei 30 Grad und schwül. Gewitter kam nicht auf  und nach dem Ziel war genügend Iso und bleifreier Radler vorhanden. So gut waren die Verhältnisse schon lange nicht mehr für die Catering-Firmen. Lange Schlangen an den Döner-, Pizza- und Getränkebuden nach dem Rennen. Die Leute hatten ihren Spaß an den Meeting Points. Möglicherweise ging der Spaß beim Nachhauseweg wieder verloren. Ich brauchte für den ersten Km 43 Minuten. Mein Garmin hat es mir erzählt. Schuld daran ist der große Parkplatz, weit ab vom  Hockenheimring. Dort fahren die Leute (sich selbst der Nächste) fast unbehindert raus. Autos, die vom Ring kommen, dürfen sich nicht einfädeln. Wenn das bei jedem Formel-1 Rennen so ist, dann gute Nacht. Hier fehlt eine Verkehrsregelung.

Ach ja, meine Zeit für 4,8 Km im Getümmel, 26:22 Minuten, das ideale Geburtstagsvergnügen :-) 

Text und Fotos Klaus Harnisch

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Karlsruhe, 26. Juni 2010

Einsam durch die Fidelitas-Nacht

Der 1. Fidelitas Nacht-Marathon in Karlsruhe Rüppurr stand vor der Tür. Trainiert habe ich nicht speziell auf Marathon, im Vertrauen auf mein Grundlagentraining beim LT-WaB. Nach 3 Jahren Pause sollten es mal wieder die 42 Km sein. Marathonvorbereitung sieht anders aus, wenn die Zeit eine Rolle spielt. Meine Zeit spielte keine große Rolle, Vorgabe etwa 5:30 h. 

Schon 32 Jahre ist die Veranstaltung alt und auch besser bekannt unter „80Km Fidelitas-Nachtlauf“. Ich war schon 4x dabei und kenne daher den Ablauf gut. Der Marathon liegt auf der 2. Hälfte des Ultras, dieses Jahr zum ersten Mal im Angebot. Die Veranstaltungist jetzt in Händen des „Post Südstadt e.V. und Südstern e.V.“ Die Streckenbeschreibung auf der Webseite ist modern und auch der Weg zum Stadion ist gut beschrieben. Noch nie führte mich mein Navi so exakt zum Tatort. Dort traf ich auch gleich zwei alte Bekannte. Ex-Obermuli Hans-Jürgen Bentz und Andreas Godon. Das war auch zu erwarten….

Nach unseren traditionellen Gruppenfotos ging es pünktlich um 19:00 Uhr mit Sonderbussen nach Mutschelbach zum Start. Dort war auch Wechselzone der 4x20Km Staffeln. Noch 30 Minuten konnten wir die Wechsel beobachten und etwas trinken. Dann, um 20:00 Uhr schickte die Startpistole auch uns auf die Strecke. Ein Blick auf das Umfeld und mir war klar, du wirst letzter im Ziel sein. Schon nach 100 Metern war auch klar, auf diesen 42 Km bist du völlig alleine. Single in der Natur zwischen Verpflegungsständen. Und die Natur hatte was zu bieten. Der Geruch von Heu, überall. Ich hatte vergessen, wie toll das riecht.  

Die Strecke:
Wunderschön, abwechslungsreich und absolut abenteuerlich. Sie ist nicht einfach, durchgängig  gespickt mit Auf und Abs. Der giftigste Anstieg, die Langensteinbacher Höhe kommt schon bei Km 5. Der Höchste Punkt bei Langenalb bei Km 17. Dann geht es nur noch runter. Trotzdem, 460 Höhenmeter hat man zu bewältigen. 

Verpflegung und Betreuung vorbildlich: Wasser, Tee, Cola, Malzbier, Obst und Hefezopf waren Standard. Danke Leute vom Ort, der Feuerwehr, vom Roten Kreuz, an den Ständen!! Auf Fans muss man verzichten. In den wenigen Dörfern vereinzelt, danach wieder Natur, total. 

Ein besonderer Fan auf der Strecke ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Mitten auf dem Weg lag eine kapitale Schlange. Zuerst ist man erschrocken und läuft einige Meter weiter. Dann wollte ich aber doch wissen, ob sie giftig ist und lief zurück. Nein es war keine Kreuzotter, es war eine ausgewachsene Ringelnatter. Wunderschön im dunklen Schuppenkleid lag sie auf dem gelben Schotter. Sie verzog sich wieder ins hohe Gras und ich Hirsch habe sie nicht fotografiert. Da blutet mir jetzt noch das Fotografenherz.

Meine Strategie: 
Ich verhielt mich wie beim 80er. Alle kräftigeren Anstiege bin ich gewalkt, um dann erholt wieder zu laufen. Das war gut für mich. Nur mein Magen glaubte das nicht, ein altes Thema. Bis Km 25 ging es gut, dann schlug er wieder zu, mein alter Freund. Er schluckte nicht mehr das, was ich wollte. Rebellisch war er schon zu Hause, es lag wohl an der Pasta. Drei Stunden vor Abfahrt noch eine 5Km Testrunde vor der Haustür. Aber das kennen wir Läufer ja bestens. Vor solchen Event tut alles doppelt weh. Die Einbildung im Kopf meldet sich. Die Zerrung beim Neustadter Altstadtlauf vor einer Woche, auch so ein Kopfgespinst. 

Nur, die Magengeschichte, sie war echt. Bei Km 25 hat es mich erwischt, ich murmelte am Brückengeländer in einen murmelnden Bach. Die gleiche Story dann im Stadion, 20 Minuten nach meinem Finish. Hans-Jürgen und Andreas sind tapfere Zeugen meiner Kunst.

Um 1:12 Uhr war ich glücklich im Ziel. Medaille und Vorab-Urkunde bekam man sofort. Sie zeigte 5:12:40, Gesamtplatz 49 von 53, AK M60 Platz 5. Siehe da, das Schlusslicht war ich nicht. 

Erste Reaktion im Ziel:
Das war mein 49. und letzter Marathon, es macht mir keinen Spaß mehr!!! Am anderen Tage wollte ich davon nichts mehr wissen :-;Zeitvorstellung eingehalten. Ziemlich gleichmäßige Zwischenzeiten, dem Höhenprofil und meinem Niveau entsprechend. Zwei Stopps für Headlight-Montage und Windbreaker auspacken. Definitiv kein Einbruch. Ich glaube, mein 50. Jubiläums-Marathon müsste doch noch drin sein.

Was ist der Reiz an diesem Lauf?
Die totale Natur und die totale Dunkelheit zum Schluss. Bis Langenalb hat man noch Licht. Dann kommt der dunkle Wald. Ohne Taschenlampe geht  jetzt nichts mehr. Uli P. gab mir seine Kopflampe mit. Die war echt super. Bestückt mit neuen Batterien hatte ich wunderbares Licht. Nur die Schlange konnte ich nicht vergessen. Alles was länglich aussah, wurde genauer beleuchtet. Keine Ahnung, ob die auch nachtaktiv sind, ich bin ja kein Experte. Zur Not hatte ich noch eine Stablampe im Rucksack, aus eigener Erfahrung. Bei einem früheren 80er erlebte ich den Gau, die Birne brannte durch. Totale Dunkelheit und keine Chance, die Ersatzbirne zu finden. Ein Jugendlicher rettete damals meinen Lauf. Er kam um 2:30 Uhr mit seinem Moped durch den Wald gedüst und ich konnte ihn stoppen. In seinem Scheinwerferlicht repariere ich meine Lampe. Das war schon mutig von dem Typ, anzuhalten, wenn plötzlich der schwarze Mann im Walde vor einem steht. 

Die Kameradschaft auf der Strecke, sie hat was! Irgendwann wird man von den Ultraläufern überholt. Jeder hatte die gleiche Frage „HALLO WIE GEHT’S“. Die meinten das ernst, sie wollten nur hören, ob man vielleicht Probleme hat. Man ist ja wirklich alleine auf der Strecke, bis auf solche Begegnungen. 

Fazit:
Ein echter Knaller, dieser Lauf. Leicht riskant, man läuft alleine. Einsam, abenteuerlich, Natur pur.  Vorbildliche Verpflegung. Taschenlampe unbedingt erforderlich, für mich ab Km 20. Welliger Kurs summiert sich auf 460 Höhenmetern, nach Garmin-Connect. Der höchste Punkt auf halber Strecke, dann geht es wieder runter. Die Streckenmarkierung ist top, das war nicht immer so. Wer sich jetzt noch verläuft, muss zum Augenarzt. Fürsorgliche Kameradschaft auf der Strecke. Die Veranstalter sind sehr bemüht. Ich wünsche ihnen die doppelte Teilnehmerzahl. Urkunden und Medaille bekommt man sofort. Neuer Papierchip an beiden Schuhen. Funktioniert gut, Ergebnisse  aber erst nach 2 Tagen im Netz. Online-Ergebnislisten und Urkunden aus Profihand. Ob ich nochmals teilnehmen möchte? Oh Mann, wäre ich doch noch etwas jünger....

Text Klaus Harnisch, Fotos Klaus Harnisch und Hans-Jürgen Bentz

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Neustadt, 19. Juni 2010

Die Jagd nach den Elwetritschen

Der Neustadter Altstadtlauf war angesagt am Freitagabend. Eigentlich eine ideale Veranstaltung zum Wochenausklang und dort ist auch immer was los am historischen Marktplatz. Irgendwie war aber dieses Jahr der Wurm drin. Weniger Teilnehmer und auch weniger Zuschauer. Kein Wunder, die Fußball-WM hinterließ deutliche Spuren. Die Leute hockten doch lieber vor der Glotze. Beim 10 Km Hauptlauf waren es 50 Teilnehmer weniger als im letztes Jahr. Nach dem Lauf war der Marktplatz ungewohnt leer. 

Egal, läuferisch waren die vier Runden durch die Altstadt ein Top-Erlebnis. Man war unter sich, traf bekannte Gesichter und genoss die vier Runden.

Die Erstplatzierten erhielten auf dem Treppchen eine echte Neustadter Elwetrische-Figur. Die Elwetrische  ist das Pfälzer Gegenstück zum bayrischen Wolpertinger. Die Uhr zeigt im Ziel 57:22 Minuten. Das war persönliche Jahresbestzeit und reichte natürlich nicht für eine Elwetritsche.

 

Text und Fotos Klaus Harnisch

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Antibes, 06. - 12. Juni 2010

Sechs Tage, die keine waren

Gabi und ich, Gabi als Betreuerin und ich als Läufer, fuhren nach Antibes zum 6-Tage-Lauf, um mindestens  720 Km zu laufen, so meine  Vorstellung.

Erfahrung hatte ich  mit den zwei 6-Tageläufen, die ich bis jetzt schon absolviert hatte, genug um es diesmal auf deutlich mehr Kilometer zu bringen als bisher. Das Training hatte gut angeschlagen und ich bin gut durch den Winter gekommen so dass ich wieder stark genug im Kopf und in den Beinen war, den Lauf  zu absolvieren. Dass es nicht einfach sein würde, erst mal wieder an meine bisherigen Kilometer (627) heranzukommen war mir schon klar, aber wer nichts wagt gewinnt auch nichts. 

Also lief ich, da ich mich fit fühlte und auch nicht annähernd an meiner  Pulsgrenze war, den ich anfangs schon kontrollieren wollte, einen 6:15er Schnitt. Der Start war sonntags um 16:00 Uhr es war ca. 28° heiß und schwül. Eigentlich war die Wettervorhersage, dass es nachts um die 13-18°^sein sollte und tags um die 23°-26°, wo wir leider ziemlich darüber waren und vor allem die ersten zwei Nächte war es sehr schwül und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. 

Darüber hinaus erkannte ich leider auch nicht die Zeichen, die mir mein Körper übermittelte und das war ein leicht erhöhter Puls von Anfang an, was ich auf die hohe Temperatur zurückführte und nach zwei Stunden ein stetig steigende Puls, was sich im Nachhinein als Auswuchs einer  nicht genügenden Flüssigkeitszufuhr herausstellte. Anfangs trank ich sogar bewusst weniger, da ich zuviel schwitzte und bei meinen letzten Läufen hatte ich das gleiche Problem, in der ersten Stunde und mit dem Wettkampf legte sich das meistens. Leider dehydriete ich daher und ich bekam noch eine Blasenentzündung dazu, was sich schon ab der achten Stunde durch zuerst leichtes Brennen, später sehr starkes Brennen und ständigen steigenden Druck meiner Blase bemerkbar machte. Ansonsten fühlte ich mich körperlich in Ordnung, auch oder gerade mit der Muskulatur hatte ich keine Probleme. Für den Lauf hatte ich diverse Schuhe getestet und mit dabei und einen Mizuno Schuh der mir normal etwas zu klein war aber der sich ansonsten sehr gut Laufen ließ, präpariert. Das heißt, ich habe ihn vorne um die Zehen herum aufgeschnitten damit meine größer werdenden Füße keine Platzprobleme bekamen und ich auch somit von Blasen verschont bliebe was bis zu meinem Abbruch auch so war.  

Den ersten Tag brachte ich ungefähr so zuende, wie ich es mir kilometermässig vorgestellt hatte. Musste mich zwar am Ende einmal übergeben was aber ansonsten nicht weiter problematisch war, nachdem ich kein normales Wasser mehr von der offizellen Verpflegungsstelle trank. Der zweite Tag fing aber sehr schwül an und ich hatte sogar zeitweise starke Kreislaufbeschwerden, wäre einmal beinahe von der Kloschüssel gefallen sodass ich mich entschloss vom Rennen in schnelles Gehen überzugehen und damit es nicht zu langweilig wurde, entschloss ich mich mit Martina Hausmann zu laufen, die ebenfalls am dritten Tag massive Kreislaufbeshwerden bekam. Bevor ich mit Martina marschierte, nahm ich noch ein kühlendes Bad  im Meer was mich super erfrischte aber leider auch eine Verbrennung einbrachte. Ich wusste auch sofort im Augenblick als mein linker Oberschenkel brannte, woher es rührte, denn ich hatte vor 30 Jahren schon einmal die schmerzhafte Erfahrung von Feuerquallen gemacht sodass ich danach auch keine Lust mehr verspürte im Meer zu baden. 

Leider wurden die Schmerzen beim Wasserlassen sowie der Druck der Blase und demzufolge der Drang zu pinkeln obwohl nichts mehr kam und das was kam, sehr schmerzhaft kam so ziemlich alle 10 Minuten immer heftiger, sodass ich mich entschloss nach zweieinhalb Tagen das Rennen zu beenden.

Mit der Strecke an sich hatte ich nicht wirklich Probleme sondern sie kam mir sogar etwas durch ihre unterschiedliche Beschaffenheit (Asphalt, fester Schotter, sehr staubig mit kleinen Steinchen, Tartanbahn im Stadion) entgegen. Die beste Aussicht war übers Meer und am Strand entlang, was es nicht einfach machte, daran vorbei zu laufen, wenn man gerade das Gefühl hatte, wie eine Bratwurst vor Überhitzung zu platzen. 

Die Hygiene auf dem Gelände, sowie auf den Klos und den im selben Raum befindlichen Duschen ließen gelinde gesagt sehr zu wünschen übrig. Was zwei/drei Chemieklos auf der Strecke und bei den Campern, so ca. 400 Personen, Läufer und Betreuer zusammen, entschärft hätten. Die Verpflegung war etwas einseitig und die warmen Speisen nicht läufergerecht, zum Beispiel gab es mittags Pommes und eine zähe halb rohe Scheibe Rinderbraten. Welcher ein Magen hätte das verdauen sollen?

Ansonsten war eine elektonische Anzeigentafel der durchlaufenden Läufer sowie eine elektronische Anzeigetafel der gelaufenen Kilometer jedes Läufers vorhanden.

Donnerstag und Freitag hatten wir sehr stürmische Winde, aber keinen Regen, was sich aber dennoch nicht auf die sehr gute Kilometerleistungen der Läuferinnen und Läufer auswirkte. 

Gabi und ich blieben trotz meines Ausstieges bis zum Ende der Veranstaltung vor Ort, erstens weil wir etliche Läuferinnen und Läufer kannten und weiter unterstützen wollten und es auch sonst wenig Sinn gemacht hätte, da sich die Kosten eh nicht mehr gemindert hätten. 

Obwohl ich nicht das laufen konnte, was ich mir vorgenommen hatte, werde ich wohl keinen 6-Tagelauf mehr machen, da es einfach von der Belastung in der Vorbereitung sowie im Wettkampf  jedenfalls für mich als Selbständigen einfach zu hoch ist und meine Gesundheit  auch mein Kapital für meine Selbständigkeit ist, über die sich nicht beliebig verfügen lässt. 

Bericht auf laufticker.de

Text Peter Gründling, Fotos Gabi & Peter Gründling

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Nanjing, 30. Mai 2010

Der Zweidrittelthomas

Eine der schönsten Sportveranstaltungen in Nanjing ist der Triathlon, der sogenannte „Nanjingman“. Er findet zweimal jährlich statt, jeweils im Mai und im Oktober. Da Schwimmen nicht meine Stärke ist, habe ich mich zusammen mit Bernd Blumenberg für die Teamstaffel angemeldet. Eigentlich wollte meine Frau laufen, eine heftige Erkältung hat Nicole aber leider aus dem Rennen genommen bevor es überhaupt begonnen hatte. Somit durfte ich beides, das Radfahren und das Laufen, übernehmen. Der Organisator hatte diese Aufteilung der Disziplinen Gott sei Dank ausdrücklich zugelassen. Es stellte sich heraus, dass wir auch nicht die Einzigen waren, die sich die Strecke so wie wir aufgeteilt hatten. Aber die Mehrzahl der angetretenen Triathlon-Teams bestand dann aber doch aus 3 Teilnehmern, wobei sich jeder traditionsgemäß auf nur eine Teilstrecke konzentrierte. 

Die Veranstaltung war absolut toll, ja noch mehr, sie war gewiss mein persönliches Highlight seitdem ich in Nanjing bin. Das Schwimmen fand in einem See am Zhongshan Mountain statt. Start war bereits um 7.15 Uhr. Als wir um 6.30 Uhr am See ankamen, haben wir ziemlich gestaunt. Nie hätten wir vermutet, einen so schönen See vorzufinden. Kein Witz, eigentlich gelte ich als wasserscheu, aber ich hatte richtig Lust, einfach rein zuspringen. Aber das war ja nicht meine Aufgabe. Bernd hatte sich aufs Schwimmen, besser: aufs Brustschwimmen, festgelegt. Seine Schulter lässt Kraulen momentan nicht zu. 800 m, einen Rundkurs um 3 Bojen und eine Schlussschleife musste er bewältigen. Ich gebe es hiermit zu, ich hätte das nicht geschafft. Und er hat ein klasse Ergebnis hingelegt. In seiner Altersklasse, hätte es eine separate Wertung gegeben, wäre er konkurrenzlos ganz oben auf dem Siegertreppchen gestanden. Nachdem er wieder am Ufer ankam, begann mit dem obligatorischen Abklatschen mein Part. Zunächst ging es 1000 m laufend über Kopfsteinpflaster zum Transition Point 1. Dort stand Nicole mit meinem Rennrad, den Schuhen und dem Helm bereit. Ohne viel Zeit zu verlieren, nahm ich die Radstrecke in Angriff. 24 km lagen vor mir, mit einigen Anstiegen und Abfahrten (300 Höhenmeter insgesamt). Und es lief gut. Schon nach kurzer Zeit konnte ich mich Platz für Platz nach vorne arbeiten. Leider war die Strecke nicht für die radelnden Teilnehmer gesperrt, der normale Verkehr lief die ganze Zeit über weiter. Aber man konnte überraschend gut durchkommen. Nur bei der abschließenden Abfahrt Richtung Taipingmen Lu war ich für einige Minuten zwischen 2 Taxis eingekesselt. Eine mutige Überholaktion auf der Gegenfahrbahn hat dann wieder den notwendigen Freiraum für ein schnelles Ausrollen gebracht. 

Der Transition Point 2 lag am Xuan Wu Lake. Nicole hatte sich bereits dort mit meinen Laufschuhen eingefunden. Der Wechsel lief diesmal aber nicht so optimal, es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis ich den "Rad-Krimkrams" komplett ausgezogen und erneut die Laufschuhe an hatte. Mittlerweile war herrlicher Sonnenschein zu beobachten. Es dürften sicher über 25 Grad gewesen sein. Weil es an Schatten mangelte, gestaltete sich der Laufteil (10 km auf einem Rundkurs am Xuan Wu Lake entlang) weniger angenehm. Zudem fühlte ich mich nach dem Umsteigen vom Fahrrad aufs Laufen als ginge ich auf Eiern. Aber auch beim Laufen gelang es mir, weiter Boden gegenüber der Konkurrenz gut zumachen. Diebisch gefreut hatte ich mich immer, wenn ich einen Läufer aus einer Teamstaffel überholte. Jene konnte man gut an den dreistelligen Nummern erkennen. 

Am Ziel angekommen, war ich dann allerdings komplett platt. Daher sind wir gleich nach Hause gefahren und haben nicht die Bekanntgabe des Endergebnisses abgewartet. Umso größer war die Überraschung, als wir einen Anruf von unseren Arbeitskollegen erhielten, die bei der Siegerehrung zugegen waren.  Bernd und ich haben in der Corporate Relay-Wertung, dem Wettbewerb der Firmenteams, doch tatsächlich den zweiten Platz im Gesamtklassement für das BASF-YPC Joint Venture geholt. Wir kamen auf eine Gesamtzeit von 1:59:05 Std. Die Zeiten für die Einzeldisziplinen waren: Schwimmen (800  m) 23:57 Min., Radfahren (24 km plus 1000 m Anlauf zum Transition Point 1) 55:30 Min. und Laufen (10 km) 39:38 Min.) 

Eine Entscheidung habe ich getroffen: Falls Bernd, was ich nicht hoffe, im Oktober nicht wieder zusammen mit mir im Team antritt, werde ich bis dahin mein Seepferdchen-Abzeichen machen. Auf jeden Fall bin ich solange ich hier in Nanjing bin, beim Nanjingman am Start. 

Bericht von unserem Mann in China, Thomas Schiele

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Uelversheim, 29. Mai 2010

Zusammenspiel

Uelversheim ist gar nicht weit weg von hier in Rheinhessen, gehört zur VG Guntersblum. Rund 60 km kann man rechnen. Es liegt idyllisch inmitten von Weinbergen. Bereits zum 18. Mal veranstaltete der ortsansässige TSV seinen Weincup. Dabei handelt es sich um eine Marathonstaffel. Aber es werden nicht einfach 4x 10,5 km gelaufen. Vielmehr misst eine Dorfrunde offiziell 1.462 m (lt. Klaus' GPS 1.3xx) und ist von jedem Läufer 7x zu durchlaufen, wobei nach jeder Runde gewechselt werden muß. Die Startläufer haben zusätzlich 1.121 m zu absolvieren, die Schlußläufer 300. Ich war vor 10 Jahren zum 40. Geburtstag unseres Freundes Eric (der mit dem KUT) zum ersten Mal dort und zähle seitdem zu den Wiederholungstätern in Uelversheim. Das Ganze ist einfach eine große Gaudi. Das ganze Jahr mache ich kein Tempotraining, in Uelversheim ist es als Wettkampf verpackt. Man geht ständig ans Limit, hat aber auch wieder reichlich Zeit, seinen Puls in den Griff zu bekommen, während die Staffelpartner unterwegs sind. Man muß allerdings aufpassen, die Muskulatur nie zu kalt werden zu lassen, damit man dann auch wieder gut loskommt.

Zusätzlich zum sportlichen Effekt und zum Spaß ist so ein Staffellauf natürlich auch gut für den Teamgeist. Läufer sind ja alles Individualisten, aber beim Staffellauf geht's um "einer für alle, alle für einen", man läuft für die Mannschaft und nicht für sich selbst. Zumindest sollte das so sein.

Wir wollten in diesem Jahr möglichst viele Staffeln vom Lauftreff und auch von unseren rasenden Reportern von www.laufticker.de zusammen bringen. Am Ende kamen insgesamt zwei Staffeln dabei raus. Tilo Kramer schreibt für den Laufticker, seine Frau Antje kam auch zum Laufen mit. Und Volker Jungs jüngster Sohn Patrick wollte sich auch die Lunge aus dem Leib rennen. Mit Volkers Frau hatten wir sogar einen eigenen Fanclub dabei.

Frank, Volker, Patrick und Tilo bildeten Team 1, die liefen 2:58:35 h, blieben über Marathon also sub3. Von leider nur 11 Staffeln wurden sie damit 7. Antje, Heike, Klaus und ich bildeten nach 3:26:44 h den Abschluß des Feldes. Die Hornauer Hasen waren 10 Sekunden schneller.

Die anschließende Siegerehrung war gewohnt gemütlich, keiner ging ohne eine Flasche Wein (bzw. Jugendliche Saft) nach Hause. Peter und ich nutzten das Angebot, vor Ort zu schlafen und am nächsten Morgen noch im Sportheim zu frühstücken, weil wir noch weiter wollten nach Frankfurt. Früher haben wir immer mit der ganzen Truppe meines Frankfurter Lauftreffs dort gezeltet, um dem gewonnenen Wein gleich vor Ort den Garaus machen zu können.

Wie immer war es eine schöne Veranstaltung und ich wäre gerne am 04. Juni 2011 wieder dabei - wer noch?

Bericht von Tilo auf laufticker.de

Text Gabi Gründling, Fotos Peter Gründling und Klaus Harnisch

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Rülzheim, 24. Mai 2010

Marathontraining in Rülzheim

Einige von uns liefen am Pfingstsonntag die lange Rahnfelsen-Tour. Für mich fiel das leider aus, denn eine Geburtstagsparty kam dazwischen. 

Ein willkommener Ersatz war der heutige Halbmarathon in Rülzheim. Er gehört zu meinen Lieblingsstrecken, ist total eben und verläuft nur im schattigen Wald. Das war heute besonders angenehm, denn beim Start hatte es bereits 19 Grad. 

Eigentlich wollte ich keinen Marathon mehr laufen und mein letzter 42er war 2007 in Frankfurt.Man soll ja nie, nie sagen und in Rülzheim übte ich jetzt allen Ernstes den Schritt dafür.Bis Km 15 waren es 6:40 min/Km und danach zwischen 6:16 und 5:53. Meine Zielzeit, 2:17:51, das sind 6:32 im Schnitt. 

Es könnte also klappen beim 1. Fidelitas Nacht-Marathon am 26. Juni mit einem Schritt, nicht unter 7 min/km. Der Lauf ist langsamer und Zielschluß ist erst nach 7 Stunden.Die Strecke ist abenteuerlich, dunkel und einsam, ohne Taschenlampe geht da nichts.Ich weiß es deshalb so genau, weil ich dort die 80 Km schon mehrmals gelaufen bin. Die neue Marathonstrecke ist die zweite Hälfte dieses Ultras. Schauen wir mal, was dort noch geht ;-) 

Text Klaus Harnisch, Fotos Peter Gründling 

Bericht auf Laufticker

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zuhause, 23. Mai 2010

Die Kraxeltour

Am Sonntag stand mal wieder ein langer Lauf an. Die Rahnfelsenrunde sollte es sein, mit Rückweg über Klosterruine Schloßeck. Bei wunderbarem Wetter liefen wir los, nach 3:20 h waren wir wieder zuhause. Einige Kraxelstücke inklusive. Vor allem auf dem Weg mit dem weißen Punkt von der Klosterruine rüber Richtung Hardenburg waren viele große Bäume umgefallen. Durch unterspülte Wurzeln waren sie einfach umgekippt. Teilweise waren die Wurzeln voller alter Steine, die mit aus dem Erdreich gehoben wurden. Wir mußten ordentlich drüber und drumherum, um unseren Weg fortzusetzen.

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Bad Harzburg, 22. Mai 2010

Klein aber fein

… ist er, der Bad Harzburger Bergmarathon. Bei seiner erst 4. Auflage nahmen 537 Sportler teil. Davon waren 98 MarathonläuferInnen und 129 HalbmarathonläuferInnen. Der Rest verteilte sich auf Halbmarathon-Walking, Fit-Lauf 11 km, Fit-Walking 11 km, Aktiv-Lauf 6 km, Aktiv-Walking 6 km, Schnupperlauf 1,5 km und Bambinilauf 500 m. Eine familiäre Veranstaltung in der jeder seine Nische finden kann.

Der Marathon besteht aus zwei Runden. Insgesamt hat er rund 900 Hm, die sich auf 500 m für die erste Runde und 400 m für die 2. Runde verteilen (rund 800 m vor dem Ziel geht es in die zweite Runde). Zentraler Punkt der Veranstaltung ist die Galopprennbahn in Bad Harzburg.  Von dort läuft man verteilt über 2 km etwa 100 m hoch in den Wald. Dann geht es zum Schwung holen nochmal 2 km abwärts, bevor mehrere längere Steigungen daran erinnern, dass man an einem Bergmarathon teilnimmt.  Die km werden rückwärts gezählt (z. B. „HM ab hier noch ca. 13 km“) und ab etwa 8 km vor dem Ziel geht es teilweise recht steil bergab.  Kurz bevor man zurück zur Galopprennbahn und ins Ziel läuft, kommt nochmal eine gemeine kleine Steigung, welche die letzten Reserven fordert.

Die Ergebnisse beim Halbmarathon lagen dieses Jahr zwischen 1:22 h und 3:46 h und beim Marathon zwischen 2:53 h und 6:22 h.

Erste Frau beim Marathon gesamt und erste ihrer Alterklasse (W40) wurde Marion Hebding vom TV Rheinau mit fantastischen 3:21 h.

Noch etwas schneller war Dirk Karl von der TSG Grünstadt. Er lief die Marathonstrecke in 3:09 h und erreichte damit den 7. Gesamtplatz und den 5. Platz seiner Altersklasse (M40).

Meine Nische war aufgrund der kurzfristigen Vorbereitung leider nur der Halbmarathon, den ich glücklich und zufrieden nach 2:18 h beendete.

Zum Schluß möchte ich noch auf den Bildbericht von Joe Kelbel hinweisen, den man auf marathon4you.de findet.

Heike Lockhart-Becker

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Ludwigshafen, 21. Mai 2010

Totgesagte leben länger

Am Freitag, 21.5. fand in Ludwigshafen bereits zum 28.Mal der 4x3km Staffellauf der Betriebssportgemeinschaft der Stadt Ludwigshafen statt.

Wie immer ging es auf einem 3000 m Rundkurs durch das frühere Rheinauengebiet "Maudacher Bruch". Der starke Regen der vergangenen Tage hatte die Wege etwas aufgeweicht aber dafür war die Luft ziemlich reingewaschen und auch die Sonne kam rechtzeitig zum Start des Laufs hervor, so dass wirklich schöne Laufbedingungen herrschten. Traditionell laufe ich ja bei diesem Lauf mit einem Team des Sozial- und Sportdezernats der Stadt Ludwigshafen mit und konnte daher auch dieses Mal, trotz anfänglichem Zögern bei der Zusage, nicht nein sagen. Das letzte Mal joggen war ich in der Tat im Tiefschnee irgendwann im Januar oder so, von daher hatte ich wirklich kein gutes Gefühl hier ohne Training an den Start zu gehen. Aber der Gruppenzwang ist manchmal ja gar nicht schlecht und so ging's dann los. Nach 1,5 km habe ich dann aber richtig gemerkt, dass die Beine schwer werden und glücklicherweise hat mich an der Stelle ein 11-jähriges (!) Mädchen überholt, an deren Fersen ich mich heften konnte...Kurz vor Schluß konnte ich ihr dann nicht mehr folgen, war aber von meiner Zeit ganz angenehm überrascht: nach 12:23 Minuten blieb die Uhr stehen und somit war ich nur 25 Sekunden langsamer als vor einem Jahr. Mal sehen was der Muskelkater mir morgen erzählt...

 

Volker Wendel

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Mannheim, 15. Mai 2010

nothing runs like a retired deere

Mannheim zieht Massen an, so stand es heute in der Zeitung. Über 10.800 Teilnehmer sollen es gewesen sein beim 7. Dämmermarathon in Mannheim, darunter aus drei Runner aus Weisenheim. Volker und Uli liefen den Marathon, ich den Halben. 

Für mich, als Rentner war es auch ein Wiedersehen mit meinen Ex-Kollegen. Im Team „John Deere“ lief ich dann auch mit und natürlich auch im grünen Dress. Ein dynamischer Hirsch und der Slogan „Nothing runs like a Deere“ auf dem Rücken war unser deutliches Signal an das Umfeld. 

Der Wetterbericht versprach Sonnenlücken und 13 Grad, aber auch immer wieder Schauer. Die 13 Grad stimmten, die Schauer blieben aus, ideales Läuferwetter. 

Der Ablauf, die Eindrücke:
Der Start um 17:45 Uhr, traditionell am Wasserturm, dann geht es gleich rein in die Augustaanlage. Hier stehen eine Menge Leute. Unter frenetischen Beifall geht es auf die Strecke. Nach 200 Metern wird es wieder still bis Neuostheim (km 3). Dort stehen die nächsten Fans. Genug Zeit, um seinen Rhythmus zu finden. Bei Km 5 der erwartete Verpflegungsstand, ordentlich, kein Gedränge. Danach wird es etwas eng, das kostet auch etwas Zeit. 

Links ist Seckenheim in Sicht. Auf dem Rückweg kommen wir da bestimmt noch durch. Aber zuerst führt der Weg nach Suebenheim. Dort wartet der Wendepunkt bei Km 9. Nicht zu fassen, aber der erste Halbmarathoni kommt uns jetzt schon entgegen. Locker zischt der an uns vorbei. Wir sind bei Km 5,5 der bereits bei Km 14. 1:04:22 war später seine Zeit, verfolgt von drei weitern Berufsläufern aus Kenia.

Keine Chance auf Treppchen und Preisgeld für den Rest bei diesen gemanagten Profis. Irgendwann sind auch wir am Suebenheimer Wendepunkt. Nur noch 1 Km ist es nach Seckenheim, zur nächsten Verpflegungsstelle. Die Seckenheimer Meile ist 2 Km lang, dort ist auch echt was los, einer der Höhepunkte. Die Fans dort wissen, wie man Läufer wieder motiviert. 

Seckenheim liegt nun hinter uns. Jetzt sind auch wir bei Km14, dort wo der ersten Halbmarathoni uns überraschte. Meine Uhr zeigt hier 1:13:54. Zehn Minuten ruht sich der Sieger jetzt im Ziel schon aus. Den Fernmeldeturm am Luisenpark hat man jetzt ständig im Auge. Noch 3 Km sind es bis dorthin. 

Kohlehydrate nachtanken kann jetzt nichts schaden. Danach läuft es wieder besser. Der Turm (Km 18) ist nun erreicht. Links und rechts ist Wechselzone. Viele Teams lösen sich hier ab. Auch hier ist es wieder eng. Jetzt hat man schon mal das Ziel im Kopf.

Der obere Luisenpark ist geschafft, der Untere gleitet auch vorbei. Zwischendrin gibt eine Samba-Band ihr Bestes. Das Nationaltheater ist in Sicht, hier ist Km 19. Jetzt geht der Spaß erst richtig los. Hier stehen Leute ohne Ende. 50 Meter links ist das Ziel, aber noch nicht für uns. Wir müssen erst hinein in Mannheim’s berühmte Gasse. Die „Mannemer Fressgass“, wer sie noch nicht kennt, der weiß jetzt wo sie ist. Begeisterte Zuschauer auf beiden Seiten. Das gibt Flügel, da geht noch was. Plötzlich die Weiche vor uns, bei Km 20. Halbmarathonis nach links, Marathonis geradeaus. Armer Uli, armer Volker. Die haben erst die Hälfte, müssen noch nach Ludwigshafen. Für mich ist es gleich vorbei. Nur noch 1100 Meter bis zum Ziel. Nur noch durch die Kunststraße und nochmals um den Wasserturm. Die Tribüne voll mit Zuschauern. Dann das Ziel und die Medaille. 2:08:55 zeigt meine Uhr. Ich bin zufrieden. Ein gesunder Lauf, was will ich mehr. Puls und Zwischenzeiten waren ideal. 

Fazit:
Gute Verpflegung, Wasser auch zwischendurch.
Strecke ziemlich flach, drei Engpässe, die etwas Zeit kosten.
Für einen Stadtlauf ist das eine stille Strecke.
Stimmung nur in Seckenheim und auf den letzten Kilometern.
Die kostenreduzierte Medaille: Ein kleiner Blechstreifen, ein echter Witz.
Die Messe am Vortag: Großer Palast (Rosengarten), darin kleine Messe. Kandel bietet mehr. 

Text und Fotos Klaus Harnisch 

Volker lief mit 3:53:23 h nochmal 11 Sekunden schneller als in St. Wendel und Uli kam mit 3:54:33 h quasi in Sichtweite ins Ziel

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Reichweiler, 15. Mai 2010

Matschepampe in der Westpfalz

Zum zweiten Mal folgten wir dem Ruf unseres Freundes Eric zu seinem Keufelskopf-Ultratrail ins Kuseler Land. Waren wir im letzten Jahr noch beide helfend unterwegs, so nahm Peter die 85 km-Strecke mit 2.800 Höhenmetern diesmal unter die Füsse. Weil in drei Wochen sein Saisonhöhepunkt in Antibes ansteht, sollte und wollte er mit angezogener Handbremse laufen. Er nahm dann auch gleich eine Kamera mit auf die Strecke und so haben wir auch jede Menge Unterwegs-Fotos mitgebracht. Der Trail hatte aufgrund der ergiebigen Regenfälle der letzten Tage seinen Namen absolut verdient. Es waren nicht nur ausreichend schmale enge Pfade vorhanden, sondern auch noch erhöhter Matsch-Schwierigkeitsgrad.

Auf Platz 16 lief er gemeinsam mit dem 15. nach 10:41:52 h ins Ziel.

Mein Tag war da noch lange nicht zuende. Ich hatte am Abend vorher und morgens ab 4.30 h gemeinsam mit Maya Startnummern ausgegeben, war dann mit Rita bei km 23 und 69 als Wasserstelle eingeteilt und lief anschließend noch 10 km, um die Flatterbänder wieder einzusammeln, die zur Streckenmarkierung angebracht waren. Das war also auch ein Ultra, wenn auch nur ein Bruchteil davon zu Fuß. Aber so ist das unter Freunden - eine Hand wäscht die andere. und Eric managt bei unserem 6 h-Lauf die Rundenkontrolle.

Und hier ist unser Laufticker-Bericht mit insgesamt 62 Fotos.

Text Gabi Gründling, Fotos Gabi und Peter Gründling

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St. Wendel, 02. Mai 2010

Bestzeit, einfach so nur zum Spaß

Eigentlich wollte mein Freund, Laufkollege und Krimiautor des Weinstraßen Marathon Mord beim diesjährigen Weinstraßen Marathon dabei sein. Doch so eine verdammte isländische Aschewolke hinderte ihn, rechtzeitig von einer Geschäftsreise zurück zu sein. Da er, so ehrgeizig wie er ist, unbedingt noch einen Frühjahrs Marathon laufen wollte, hat er mich so lange bearbeitet, bis mir die Gegenargumente ausgingen. St. Wendel bot sich an, da keine Limitierung der Starterfeldes bestand und schnell erreichbar war. Quasi in letzter Minute der Voranmeldefrist noch die Meldung eingereicht. Das hat schon mal geklappt. Was uns dort erwartet? Keine Ahnung. Also St Wendel <<einfach so nur zum Spaß>> zwischen Weinstraßen- und Mannheim Marathon. 

Die Anreise: Der liebe Gott hat scheinbar noch gar nicht bemerkt, dass es das Saarland gibt. Ab Lautern nur noch Nebel. In St. Wendel angekommen: Nur Hügel. Oh Gott, auf was haben wir uns da eingelassen.

Der Flyer: Parkplatz hier, Startnummernausgabe dort, Kleiderabgabe da, Start wo anders. Hört sich nach Spießrutenlauf an. 

Die Realität: St Wendel ist gar nicht so groß. Es stellte sich heraus, dass das was auf dem Flyer so weiträumig aussah doch ganz nah beieinander lag. Außerdem wurde zusätzlich noch ein Bus Shuttle eingesetzt. 

Der Lauf: Interessant war die Art und Weise, wie gestartet wurde. Der Kurs bestand aus zwei Runden. Um 9:30 Uhr starteten die Marathonies, also wir. In die zweite Runde hinein wurden die Halbmarathonies gestartet, so dass diese sich in das bereits weit auseinander gezogene Feld der Marathonies nahtlos einreihten und so immer eine ausgewogene Zahl an Läufern auf der Strecke verteilt waren. Für die Zuschauer garantiert ein kurzweiliges Event. 

Aber mal zu uns. Strategie: Jeder läuft sein eigenes Rennen, wir hatte nur einen gemeinsamen Vorbereitungslauf bestritten. Es lief gut an. Es lief gut weiter. Doch gegen Ende der ersten Runde kam die Sonne heraus. Ein Alptraum für mich. Es wird schon wieder gut warm. Beim Weinstraßen Marathon mein OK-Stoß. Nach der dritten Wende sah ich dann die Erlösung: Eine dicke schwarze Wolke mit jeder Menge kühlendem Nass. Es dauerte dann auch nicht lange und die Wolke entleerte sich während der ganzen zweiten Runde über uns. Für mich war eine neue Bestzeit gesichert. Markus hatte im Vorfeld wenig lange Läufe trainiert. Bis zur 5ten Wende befand er sich immer ca. 100-200 Meter hinter mir. An der 6ten Wende war der Abstand dann doch etwas angewachsen. Im Ziel blieb die Uhr dann aber doch noch bei guten 4:02 Stunden stehen.

Fazit: Ein sehr gut organisierter Marathon, an dem es keinerlei Kritikpunkte gab. Wir haben beide beschlossen, dass dies nicht der letzte St Wendel Marathon für uns war. 

Text Volker Jung

Und der Ordnung und Vollständigkeit halber hier auch noch seine Zeit: 3:53:34 h

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Collage: Klaus Harnisch


Hoppstädten-Weiersbach, 01. Mai 2010

Leere Versprechungen

Eine Woche nach seinem 100 Meilen-Abenteuer waren Peters Beine natürlich noch nicht wieder locker. Deshalb hatte er sich überlegt, beim "50er" am Bärenfels gemütlich die Muskulatur auslockernd mit mir zu laufen. Veranstalter Robert Feller ist berühmt-berüchtigt für seine permanenten Streckenänderungen und mit den eingebauten Schikanen kommt er dem sehr nahe, was Peter manchmal mit uns im Training treibt :-). So maß der 50er, der seit 2008 immer am Maifeiertag stattfindet, dieses Jahr 52,5 km. Als kleine Beigabe wurden noch 1.700 Höhenmeter mit ins Starterpack gelegt.

Start war um 10 Uhr, so daß wir bequem morgens ins ungefähr 100 km entfernte saarländische Neubrücke (gehört zu Hoppstädten-Weiersbach im Landkreis Birkenfeld) fahren konnten. Hier war das Wetter noch recht gut, die Wolken wurden dunkler, je weiter wir uns dem Saarland näherten. Kurz vor der Grenze fing der Regen an und wir stellten uns schon auf stundenlangen Dauerregen ein. Zum Glück hörte es so gegen 11 Uhr/11.30 h rum auf und der Rest des Tages war dann wettertechnisch sehr angenehm.

Zu laufen waren fünf Runden à 10,5 km. Ein paar Minuten vorm Start kam Peter und meinte, er friere und würde jetzt gerne erstmal normal loslaufen und dann sein Tempo auf mein Niveau drosseln, wenn er mich überrunden würde. Als es dann in seiner vierten Runde so weit war, lag er so gut im Rennen, daß er es weiter laufen ließ, nach seinem Zieleinlauf umdrehte und mir unterwegs "auflauerte", um dann meine restlichen Kilometer noch mit mir abzuspulen. Für seinen Wettkampf brauchte er 5:04:26 h und wurde Gesamt-Fünfter.

Ich lief drei kurzweilige Runden mit Angie Ngamkam, der Lebensgefährtin des Siegers René Strosny. In der vierten Runde ließ sie mich erstmal laufen, weil sie sich im Ziel erstmal um den bereits angekommenen René "kümmerte" und lief dann wieder auf mich auf. Vereinbarungsgemäß lief sie in der letzten Runde ihr eigenes Tempo und nahm mir auf 10,5 km sage und schreibe 35 min ab.

Mir machten weniger die Höhen- als mehr die Tiefenmeter zu schaffen. Bergab wurde es immer mühseliger, meine "Bremsmuskulatur" in den Oberschenkeln wollte nicht so wie ich gewollt hätte. Das Stück im Bärenpfad mit ca. 30-40 cm hohen Stufen abwärts war besonders witzig, was Peter in meiner letzten Runde auch im Bild festhielt. Nach 7:46:27 h hatte ich es dann endlich auch geschafft. Mein längster Lauf seit fast 6 Jahren. Sowohl von der Distanz als auch von der Zeit und schon gar vom Höhenprofil her. 1.700 Höhenmeter in einem einzigen Wettkampf habe ich meines Wissens bisher noch nicht hinter mich gebracht.

Heute, the day after, brauche ich den Handlauf, um unter lautem Stöhnen vom 1. Stock ins Erdgeschoß zu gelangen. Aber der Schmerz geht, der Stolz bleibt. Oder so.

Bericht mit einigen Fotos auf laufticker.de

Text Gabi Gründling, Fotos Peter Gründling

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